DSD fördert das Brunnenhaus in Bad Langensalza

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Bonn (pressrelations) –

DSD fördert das Brunnenhaus in Bad Langensalza

Wasserversorgung anno dazumal

Kurzfassung: Für die Natursteinarbeiten im Rahmen der Gesamtinstandsetzung des Brunnenhauses in Bad Langensalza-Nägelstedt stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, 10.000 Euro zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überbringt Hartmut Ellrich, Ortskurator Gotha/Gothaer Land der DSD, bei einem Pressetermin vor Ort am 21. Juni 2016 um 11.00 Uhr im Beisein von Paul Müller von Lotto Thüringen an Bürgermeister Bernhard Schönau. Das Brunnenhaus gehört zu den über 440 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.

Langfassung: Statische Schäden am Brunnenhaus in Bad Langensalza-Nägelstedt im Unstrut-Hainich-Kreis zwingen zum Handeln. Im Rahmen der Gesamtinstandsetzung stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, 10.000 Euro für die Natursteinarbeiten zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überbringt Hartmut Ellrich, Ortskurator Gotha/Gothaer Land der DSD, bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 21. Juni 2016 um 11.00 Uhr im Beisein von Paul Müller von Lotto Thüringen an Bürgermeister Bernhard Schönau.

Mitten im historischen Ortskern von Nägelstedt steht etwas erhöht an der Hauptdurchgangsstraße das Brunnenhaus, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts schräg gegenüber des historischen Schieferhofs von 1565 errichtet worden ist. Vermutlich schenkte der ehemalige Comthur des Deutschen Ordens, Hans von Germar, im selben Jahr das Brunnenhaus den Bewohnern des Ortes. An der Südseite jedenfalls trägt das Brunnenhaus die Jahreszahl 1568.

Das aus heimischem Travertin errichtete Brunnenhaus erhebt sich auf quadratischem Grundriss über einem vertieften Brunnenbecken. Vier Säulen mit ausladenden Kapitellen tragen ein Pyramidendach, das eine auf einem Stab sitzende Kugel bekrönt. Das Brunnenbecken wird auf drei Seiten von weiteren als Brüstung dienenden, stehenden Travertinplatten gerahmt. Auf diese Platten wurde im 20. Jahrhundert ein Gitter aufgesetzt. Aussparungen in den vorderen Säulenschäften deuten darauf, dass sich ursprünglich auch vorne eine Absperrplatte befand. Metallhaken im inneren Gesimsbereich des Daches lassen auf eine Hebeeinrichtung für das Wasser schließen. Heute ist das ursprünglich wohl offene Brunnenbecken mit seinem tiefen Schacht ebenfalls mit Travertinplatten abgedeckt. Wegen dieser Abdeckung hat man eine Schwengelpumpe angebracht.

Aufgrund witterungsbedingter Einflüsse und späterer Eingriffe entstanden Schäden an den Natursteinen und an der Statik des Brunnenhauses. Daher müssen umgehend die statische Sicherung, die Neufundamentierung und Natursteinarbeiten am Gebäude durchgeführt werden. Die statischen und restauratorischen Maßnahmen sind dringend, um das akut gefährdete Denkmal zu erhalten, eine letzte Instandsetzung fand vor einem halben Jahrhundert statt.

Die Gemeinde ist auch im Hinblick auf den Tourismus sehr an der Instandsetzung des Brunnenhauses interessiert, da es Bestandteil einer Stadtführung zu mehreren Baudenkmalen im Ort ist. Dazu gehört auch der räumlich und historisch nahestehende Schieferhof, der weitgehend original erhalten und im Rahmen von Führungen zugänglich ist. Als touristische Hauptattraktion des Ortes finden in seinem Hinterhof auch Theateraufführungen statt.

Das Brunnenhaus ist eines der wenigen erhaltenen seiner Art in Thüringen. Als Wahrzeichen der Gemeinde ist es im Wappen dargestellt und dokumentiert die öffentliche Wasserversorgung im 16. Jahrhundert. Es gehört nunmehr zu den über 440 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.

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