Männer aufgepasst: Comeback der ‘Lustseuche’ Syphilis

Bad Homburg (pressrelations) –

Männer aufgepasst: Comeback der “Lustseuche” Syphilis Kondommüdigkeit und Oralsex führen wieder vermehrt zu Geschlechtskrankheiten

Lange Zeit galt die sogenannte “Lustseuche” als ausgerottet: Inzwischen jedoch breitet sich die Syphilis wieder aus – auch in Deutschland. Das Robert Koch Institut (RKI) verzeichnet seit 2010 einen kontinuierlichen Anstieg der Fallzahlen. 2014 gab es mit 5.722 Neudiagnosen einen neuen Höchststand, im ersten Halbjahr 2015 setzte sich der Trend fort.

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, deren erste Symptome (kleine Geschwüre am Penis und Lymphknotenschwellungen) oft weder sichtbar noch schmerzhaft sind, weshalb sie häufig lange Zeit unentdeckt bleibt. Laut RKI wird die Geschlechtskrankheit nur
bei jedem dritten Betroffenen in einem frühen Stadium erkannt. Am häufigsten trifft sie derzeit homosexuelle Männer. Den Daten des RKI zufolge gehen 84 Prozent der Syphilis-Erkrankungen auf sexuelle Kontakte zwischen Männern zurück. Am häufigsten infizierten sich Großstädter, vor allem in Berlin und Hamburg. Die Aids-Hilfe rät gefährdeten Personen, sich mindestens einmal pro Jahr einem Test zu unterziehen. Mit Penizillin ist die Syphilis gut behandelbar. In der Regel dauert die Antibiotika-Therapie etwa 14 Tage.

Anstieg der Syphilis-Infektionen seit 2010
Die ausschließliche Zunahme der gemeldeten Fälle bei Männern bei gleichbleibender Zahl der Meldungen bei Frauen sowie die anhaltende Zunahme der Syphilis Meldungen bis 2004 (3.356) belegt, dass der Anstieg der Meldungen nach Umstellung auf das neue Meldeverfahren nicht nur auf einen höheren Erfassungsgrad der Syphilis-Fälle zurückzuführen ist, sondern eine tatsächliche Zunahme von Syphilis-Infektionen insbesondere in einigen Ballungsräumen widerspiegelt. Zwischen dem Jahr 2004 und 2008 stabilisierten sich die Meldezahlen für Syphilis bundesweit auf einem Niveau zwischen 3.000 und 3.500 pro Jahr. Im Jahr 2009 sank die Anzahl der dem RKI gemeldeten Syphilis-Fälle, die der Referenzfalldefinition entsprachen, auf 2.742 Fälle. Seit dem Jahr 2010 ist die Anzahl der gemeldeten Fälle wieder angestiegen von 3.034 in 2010 auf 4.410 in 2012 (+45%). Wurden im ersten Halbjahr 2010 monatlich durchschnittlich 254 Fälle gemeldet, waren es im zweiten Halbjahr 2012 379 Fälle im Monat (RKI 2012, RKI 2013, Bremer et al. 2012).

Zunahme von Syphilis-Infektionen in Ballungsräumen
Die Inzidenz stieg im Jahr 2012 in 12 von 16 Bundesländern. Die höchsten Inzidenzen wurden in beiden Jahren in den Stadtstaaten Berlin (20,9 pro 100 000 Einwohner/Jahr), Hamburg (14,2) und Bremen (7,0) registriert. Höher als im Bundesdurchschnitt lag die Inzidenz im Jahr 2012 noch in Nordrhein-Westfalen (6,7) und in Hessen (6,4). Die Inzidenz nahm zwischen 2011 und 2012 insbesondere in Bundesländern mit bisher geringer Anzahl an gemeldeten Syphilis-Fällen zu. So verdoppelte sich die Inzidenz in Sachsen-Anhalt von 1,6 auf 3,4/100.000 Einwohner, in Rheinland-Pfalz stieg sie um zwei Drittel von 1,9 auf 3,1/100.000 Einwohner. Die Inzidenz war im Jahr 2012 am niedrigsten in Thüringen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, mit unter 3 Fällen pro 100.000 Einwohner. Vergleichsweise hohe Inzidenzen von über 12 Fällen pro 100.000 Einwohner waren im Jahr 2011 außer in Berlin und Hamburg noch in den Städten Köln (28,4), München (22,9), Essen (19,4), Frankfurt am Main (18,5), Münster (16,8), Düsseldorf (15,2), Mannheim (14,9) und Offenbach (13,9) zu verzeichnen.

Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit
Nicole Lemmer
Wilhelm-Leuschner-Straße 7
60329 Frankfurt am Main

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