DNR fordert das Land Sachsen-Anhalt auf, sich für eine dauerhafte Sicherung des Stadtforstes Salzwedel zu Zwecken des Naturschutzes einzusetzen

Logo: Deutscher Naturschutzring (DNR)e.V.
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Berlin (pressrelations) –

DNR fordert das Land Sachsen-Anhalt auf, sich für eine dauerhafte Sicherung des Stadtforstes Salzwedel zu Zwecken des Naturschutzes einzusetzen

Mit einer Größe von 1.500 ha stellt der Stadtforst Salzwedel im Norden Sachsen-Anhalt einen der größten Feuchtwälder Deutschlands dar. Durch die Lage am Grünen Band, der ehemaligen innerdeutschen Grenze, sind weite Teile des Waldes seit ca 70 Jahren keiner forstlichen Nutzung oder Eingriffen mehr unterzogen worden, so dass sich dieser Wald zu einem Rückzugsraum für viele bedrohte Arten entwickeln konnte. Daher besitzt dieser Wald naturschutzfachlich inzwischen eine bundesweite Bedeutung -insbesondere für Fledermäuse, Großvögel (Kranich, Schwarzstorch), Amphibien, Tagfalter und viele andere Arten naturnaher Feuchtgebiete.

Auch für den bundesweit sehr stark gefährdeten Lebensraum Wasserfeder-Erlenbruch, eine Waldgesellschaft, in der ganzjährig sehr hohe Wasserstände vorherrschen, weist dieses Gebiet eine nationale herausragende Bedeutung auf. Zusammen mit unmittelbar angrenzenden Feuchtwäldern auf der niedersächsischen Seite des Grünen Bandes bildet er den größten zusammenhängenden und unzerschnittenen Feuchtwaldkomplex Deutschlands. Er stellt zudem die Kernfläche innerhalb einer ausgedehnten Niederungslandschaft entlang des Grünen Bandes in der nördlichen Altmark dar, die mit ihrem Mosaik unterschiedlichster Feuchtbiotope insgesamt eine herausragende Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz in Norddeutschland besitzt. Sie ist auch Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000.

Mit der jetzt von Seiten der Stadt Salzwedel zur Sanierung des Haushaltes geplanten Privatisierung dieser sich seit Jahrhunderten in städtischem Besitz befindlichen Perle des Naturschutzes droht ein großes Loch in den national bedeutsamen Biotopverbund des Grünen Bandes gerissen zu werden.

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) fordert daher auf dem Deutschen Naturschutztag das Land Sachsen-Anhalt auf, konsequent alle Anstrengungen zu unternehmen, diesen einzigartigen Naturraum dauerhaft für den Naturschutz zu sichern. Dabei muss aber auch eine tragfähige Lösung gefunden werden, die den aktuellen Haushaltsproblemen der Stadt Salzwedel Rechnung trägt.

Damit wird zugleich zentralen Inhalten des aktuellen Koalitionsvertrages für Sachsen-Anhalt Rechnung getragen, die eine Stärkung des Grünen Bandes und eine Ausweisung als nationales Naturmonument vorsehen.

“Nur durch ein konsequentes Handeln können die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie erreicht werden, insbesondere eine Erhöhung des Waldanteils mit natürlicher Waldentwicklung ohne weitere menschliche Eingriffe. Gerade der Stadtforst Salzwedel mit seiner jahrzehntelangen Zwangsberuhigung im Schatten der ehemaligen innerdeutschen Grenze bietet dafür beste Voraussetzungen”, so DNR-Präsident Prof. Kai Niebert.

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) ist der Dachverband der Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen und vertritt 91 Verbände und Organisationen, die zusammen knapp 5 Millionen Einzelmitglieder haben. Die unter dem Dach des DNR zusammengeschlossenen Organisationen eint die Ziele, biologische Vielfalt und natürliche Ressourcen zu schützen, den Klimawandel zu bekämpfen und für eine nachhaltige und umweltgerechte Wirtschaftsweise einzutreten.

Pressekontakt:

Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände (DNR) e.V
Marienstraße 19-20
10117 Berlin
Deutschland

Telefon: 030/6781775-70
Telefax: 030/6781775-80

Mail: info@dnr.de
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