1.1 Chart der Woche – USA: Nachfrage nach Kapitalgütern unter Abwärtsdruck

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Frankfurt am Main (pressrelations) –

1.1 Chart der Woche – USA: Nachfrage nach Kapitalgütern unter Abwärtsdruck

Die Orders von Kapitalgütern haben in den USA in den letzten Quartalen enttäuscht. Diese Daten schließen sowohl Auftragseingänge aus den USA selbst (Teil der Ausrüstungsinvestitionen) und aus dem Ausland (Teil der Exporte) ein. Auch wenn die Daten nicht zu 100 % kompatibel sind, waren wohl die Ausfuhren von Kapitalgütern ein wichtiger Treiber dieser Schwäche bei den Gesamtorders. Beide Reihen haben sich von ihrem Höchststand um fast 10 % abgeschwächt, einem Gipfel, der nicht rein zufällig Ende 2014 erreicht wurde. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem der kräftige Rutsch bei den Öl- und Rohstoffpreisen einsetzte, gefolgt von einem Einbruch bei den Investitionen in der Bergbaubranche im In- und Ausland. Bei den Auslandsbestellungen kommen noch die konjunkturelle Schwäche in vielen Schwellenländern und die zurückliegende Aufwertung des USDollar hinzu. Nach vorne gerichtet ist bei der Kapitalgüternachfrage eine Erholung zu erwarten.

1.2 Wochen-Quartals-Tangente

Die Notenbanken – Bank of Japan (BoJ) und US-Fed – haben geliefert; die Anleger freuen sich. Die Sorgen vor einer kurzfristigen Drosselung der globalen Liquiditätsschwemme haben sich in Wohlgefallen aufgelöst. Abzulesen ist dies in erster Linie an den Aktienmärkten. Der deutsche Leitindex DAX (S. 4) gewann über 2 %. Die schwarze Null und mehr auf Jahressicht ist greifbar. Kursgewinne gab es ebenso am Rentenmarkt, so dass die 10-jährigen Bunds nun wieder im negativen Bereich rentieren. Der Sprung in den positiven Zinsbereich dürfte erst dann gelingen, wenn die Fed sich endlich traut, ihrem ersten Zinsschritt vom Dezember 2015 einen zweiten folgen zu lassen. Dagegen hat der Euro-Dollar-Kurs zumindest auf Wochensicht kaum reagiert.

In die Offensive gegangen ist die Bank of Japan. Da trotz aller Anstrengungen das Inflationsziel von 2 % nicht erreicht worden sei, hat sich die japanische Geldpolitik einen Strategiewechsel verordnet. Neben der quantitativen und qualitativen Lockerung wird eine Kontrolle der Zinskurve angestrebt. Die nun “flexibleren” Anleihekäufe der Zentralbank werden dahingehend ausgestaltet, die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen bei null zu fixieren, mit einem Leitzins vorerst bei -0,1 %. Explizit hat sich die BoJ auf ein Überschießen ihres Inflationszieles verpflichtet. Sie wird die Geldbasis solange ausweiten, bis sie dieses Ziel nachhaltig erreicht hat. Ob es so glaubhaft gelingt, die Inflationserwartungen nach oben zu schieben, muss sich erst noch zeigen. Die Botschaft ist aber denkbar einfach: Für sehr, sehr lange Zeit gibt die Geldpolitik in Japan Gas! Nicht ganz so forsch agiert die Fed. Doch gemessen an der Ausgangslage vor etwa einem Jahr, ist
die Zinswende wahrlich nicht geglückt. Die Fed stellte schließlich zum Zeitpunkt ihres ersten Zinsschritts vier weitere Anhebungen für 2016 in Aussicht. Wir rechnen zwar mit einer Zinserhöhung im Dezember dieses Jahres, doch zeigen sich allmählich die negativen Effekte der zögerlichen Politik: Die Finanzmärkte kaufen der Fed ihre Ankündigungen von Zinserhöhungen immer weniger ab. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im Dezember wird aktuell mit nur rund 60 % angesetzt, trotz der relativ klaren Ansage im Kommuniqué. Gleichzeitig schießt sich Präsidentschaftskandidat Donald Trump derzeit auf Fed-Chefin Yellen ein. Nun steht der Vorwurf politischer Zinsen im Raum, was die Geldpolitik auch nicht einfacher macht. An den Finanzmärkten hingegen festigt sich zunehmend die Erwartung, dass die Geldpolitik noch lange auf dem aktuellen Niveau herumlavieren wird. Die neue Normalität sähe dann so aus: Japan kauft bis zum Überschießen, die Fed traut sich nicht und die EZB schwankt zwischen beiden Positionen herum. Das freut den Aktieninvestor!

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