Flasbarth: ‘Die Datenlage zu Chemikalien muss sich weiter verbessern.’

Logo: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
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Berlin (pressrelations) –

Flasbarth: “Die Datenlage zu Chemikalien muss sich weiter verbessern.”

REACH-Kongress 2016 diskutiert Verbraucherschutz bei All-tagschemikalien

Das Bundesumweltministerium setzt sich für weitere Änderungen an der Eu-ropäischen Chemikalienverordnung REACH ein. So müsste es unter anderem eine Regelung für Nanomaterialien geben und die Informationsrechte für Verbraucher sollten praktikabler werden. Dies unterstrich Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth bei der Eröffnung des 3. REACH-Kongresses in Berlin. Dabei diskutieren 200 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung unter anderem, wie die Europäische Chemikalienordnung weiterentwickelt und der Verbraucherschutz bei gefährlichen Chemikalien gestärkt werden kann. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) laden am 5. und 6. Oktober zum diesjährigen REACH-Kongress ein.

“Der Schutz des Verbrauchers und seiner Gesundheit ist ein zentrales Ziel der europäischen Chemikalienverordnung REACH: Die Verordnung macht die Verbraucherprodukte in Europa insgesamt sicherer. Dank besserer Informationsrechte können Konsumenten ihre Kaufentscheidungen bewusster treffen und Herstellern schneller signalisieren, dass sie bestimmte Substanzen nicht wollen”, sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im BMUB anlässlich der Eröffnung des Kongresses. “Das ist die Grundrichtung mit der wir die Europäische Chemikalienordnung nun in den kommenden Jahren weiterentwickeln müssen.”

Flasbarth hob hervor, dass die Informationsrechte noch anwenderfreundlicher ausgestaltet werden können. Fraglich sei, zum Beispiel, warum man 45 Tage warten solle bis ein Hersteller oder Händler eine Anfrage zu Chemikalien in seinen Produkten beantwortet. Weiter verbessern müssten sich zudem die Dossiers der Chemikalienhersteller, in denen sie unter anderem über die Eigenschaften von Chemikalien informieren. Flasbarth: “Manche Daten entpuppen sich bei näherer Betrachtung als weitgehend wertlos”. Die Europäische Chemikalienagentur, die diese Dossiers prüft, sollte daher weiter darauf drängen, dass die Hersteller die Daten in der gesetzlich geforderten Qualität lieferten.

Zudem mahnte der Staatssekretär eine angemessene Regelung für Nanomaterialien in der REACH-Verordnung an: “Seit mehreren Jahren setzen wir uns auf EU-Ebene dafür ein, die Nano-materialien in die Europäische Chemikalienverordnung einzubeziehen. Viele andere Mitgliedsstaa-ten unterstützen uns dabei und erwarten von der Europäischen Kommission einen entsprechen-den Vorschlag. Leider liegt dieser bis heute nicht vor.”

Da synthetische Chemikalien in fast allen Produkten des täglichen Lebens zu finden sind, sind Fragen zur Sicherheit vor Chemikalien von großer Wichtigkeit für den Schutz der Verbraucherin-nen und Verbraucher.

Besonders gefährliche Stoffe können einem Zulassungsverfahren unter-stellt oder sogar beschränkt oder verboten werden. Die EU-Chemikalienverordnung REACH ent-hält ferner konkrete Informationsrechte für die VerbraucherInnen: Es ist möglich kostenfrei und kaufunabhängig nachzufragen, ob in einem Produkt bestimmte besonders schädliche Chemikalien mit einem Anteil von über 0,1% enthalten sind.

Die Nachfragen sind zu allen Substanzen möglich, die auf der sogenannten REACH Kandidatenliste aufgeführt sind, die derzeit bereits 169 Chemikalien umfasst.

Das REACH-Informationsrecht für VerbraucherInnen: http://www.reach-info.de/auskunftsrecht.htm

Der REACH Kongress 2016: http://www.bfr.bund.de/de/veranstaltung/reach_kongress_2016_verbraucherschutz_unter_reach_-197914.html

Pressekontakt:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Stresemannstraße 128 – 130
10117 Berlin

Telefon: 030 18 305-0
Telefax: 030 18 305-2044

Mail: presse@bmub.bund.de

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