Kampf um Mossul: Menschen in ‘Rauchhölle’ gefangen

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Berlin (pressrelations) –

Kampf um Mossul: Menschen in “Rauchhölle” gefangen


Oxfam warnt, mehr als eine Million könnten von giftigen Dämpfen bedroht werden

Nach dem Abzug von Milizen des sogenannten Islamischen Staates (IS) aus Dörfern in der Umgebung von Mossul leiden Tausende Familien unter giftigem Qualm aus brennenden Ölquellen. Sie leben in einer “Rauchhölle” und sind von sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung abgeschnitten, berichtet heute Oxfam. Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation fordert von der irakischen Regierung, Vorsorgemaßnamen zu ergreifen und die Brände schnellstmöglich zu löschen.

“IS”-Kämpfer haben in der Gegend des südlich von Mossul gelegenen Orts Qayyara 19 Ölquellen in Brand gesetzt, um ihre Verfolgung durch die heranrückenden irakischen Truppen zu erschweren. Die Feuer haben bereits gigantische schwarze Rauchwolken größer als die Fläche des Großraums London erzeugt. Da der “IS” sechs weitere Ölfelder rund um Mossul kontrolliert, besteht die Gefahr, dass mehr als eine Million Menschen in Mossul und Umgebung durch giftige Dämpfe bedroht werden.

Oxfam fordert die irakische Regierung auf, alles zu tun, um die Brände zu löschen und bei Bedarf internationale Unterstützung anzufordern. Sie muss auch den Menschen in den betroffenen Dörfern erklären, was sie in dieser Sache unternimmt und wann dies geschehen wird. Ferner muss sie sofort Vorsorgemaßnahmen für den Fall einer Ausweitung der Brände in der ganzen Mossul-Region ergreifen.

Ein 67-jähriger Einwohner von Qayyara berichtete Oxfam-Mitarbeitern: “Wir leben in unserem Dorf in unmittelbarer Nähe der brennenden Ölquellen. Sie brennen bereits seit mehreren Monaten. Der Rauch macht uns krank. Die Brände müssen dringend gelöscht werden.”

Eine Ärztin aus Haiji Ali in der Nähe von Qayyara beklagt vor allem die Zunahme von Atemwegs- und Magenerkrankungen als Folge der Luft- und Trinkwasserverschmutzung sowie den Mangel an Medikamenten.

Andres Gonzales, Oxam-Landesdirektor im Irak: “Selbst dort, wo der “IS” abgezogen ist, leiden Tausende Menschen unter enormen Belastungen.” Sie sind durch die zweijährige “IS”-Herrschaft bereits traumatisiert und nun zusätzlich durch extreme Luftverschmutzung und den Mangel an Trinkwasser, Nahrung, Treibstoff und Medikamenten belastet.

Pressekontakt:

Oxfam Deutschland e.V.
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