Für 250.000 Menschen in Aleppo gibt es keinen Schutz mehr

Berlin (pressrelations) –

Für 250.000 Menschen in Aleppo gibt es keinen Schutz mehr

In weniger als 36 Stunden hat ein erneuter Angriff auf Ost Aleppo rund 250.000 Menschen zur Flucht gezwungen oder in Gebiete eingekesselt, berichtet die Kinderrechtsorganisation Save the Children. Die Menschen wurden in die von der Opposition kontrollierten Stadtteile gedrängt, nachdem die syrische Armee mit ihren Verbündeten eine Großoffensive gestartet und zahlreiche wichtige Gebiete im Ostteil der Stadt eingenommen hat. Bis zu 100.000 Kinder können der Zerstörung nicht entkommen.

“Unter den Menschen, die in immer engere Gebiete gedrängt werden, sind Kinder leichte Ziele für die Luftangriffe,” sagt Sonia Khush, Save the Children Länderdirektorin in Syrien. “Die Menschen berichten uns, wie katastrophal die Situation ist und dass Familien Angst haben, die Nacht nicht zu überleben.” Der weitere Vorstoß der syrischen Regierung in die Ostteile Aleppos während der kommenden Stunden und Tage, wird das tödliche Risiko für Kinder nur noch weiter steigern.

Diejenigen, die in die übrig gebliebenen Gebiete der Opposition geflohen sind, müssen nun in einem Umfeld von Zerstörung ausharren. Auf der Straße und inmitten von Ruinen haben Familien weder Schutz noch Lebensmittel. Die Stadt ist nach dem Angriff mit nicht explodierten Sprengsätzen übersät. Die Gefahr, die von ihnen und einer möglichen Explosion für die Zivilbevölkerung ausgeht, ist immens.

“Immer mehr Menschen suchen Schutz inmitten der Ruinen. Damit steigt auch das Risiko, dass nicht explodierte Streubomben oder andere Sprengsätze hilflose Menschen verletzen und töten”, sagt Sonia Khush.

Unsere Partner in Syrien berichten, dass tausende Menschen jetzt obdachlos sind und der Offensive der syrischen Armee völlig schutzlos ausgeliefert sind. “Man hat uns von dutzenden Familien berichtet, die in die von der syrischen Armee eingenommenen Stadtteile zurückgekehrt sind. Seit einigen Tagen ist der Kontakt zu ihnen aber abgebrochen. Wir sind sehr besorgt um ihre Sicherheit. Es gibt unbestätigte Informationen, wonach Männer und Jungen von ihren Familien getrennt, befragt und gefangen genommen werden,” so Sonia Khush.

Save the Children fordert einen sofortigen Zugang für humanitäre Hilfe, damit die Menschen, die in Aleppo keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Medikamenten haben, versorgt werden können. Außerdem müssen die Konfliktparteien dafür sorgen, dass Kinder geschützt sind und nicht noch weitere traumatische Erfahrungen erleben müssen und Zivilisten freiwillig und sicher fliehen können.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Claudia Kepp
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 280
Mail: presse@savethechildren.de

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